Corpus Baselitz

Musée Unterlinden

Place Unterlinden
68000 COLMAR

info@musee-unterlinden.com

03 89 20 15 50

Les horaires :

Jusqu’au 30.12.18
Lundi 9–18h
Mardi fermé
Mercredi – Dimanche 9–18h

1er jeudi du mois: 9-20h

10.6. — 29.10.18

Anlässlich seines 80. Geburtstags widmet das Musée Unterlinden dem deutschen Künstler Georg Baselitz eine große Ausstellung, die vom 10. Juni bis 29. Oktober 2018 zu sehen sein wird.

Unter dem Titel Corpus Baselitz präsentiert diese Ausstellung in Colmar und erstmals in einem französischen Museum eine bedeutende Werkauswahl sowie bisher noch nicht öffentlich gezeigter Arbeiten (Malereien, Zeichnungen und Skulpturen) aus den Jahren 2014–2017, in denen der Künstler seinen eigenen Körper und seinen Platz in der Kunstgeschichte hinterfragt.

Seit seinen ersten „auf den Kopf stehenden“ Bildern aus dem Jahr 1969 hat Baselitz in der Tradition der Aktmalerei oder des Selbstporträts immer wieder neue Ausdrucksformen für die Darstellung seines eigenen Körpers beziehungsweise des diesem beigestellten Körpers seiner Frau Elke entwickelt.

War sein Blick bislang der eines distanzierten Beobachters, so setzt er sich in der im Winter 2014/2015 begonnenen Serie mit der Realität seines hohen Alters und des Altwerdens auseinander und bezieht sich in dieser introspektiven Herangehensweise in einem regelrechten Abstieg in die Hölle auf seine Vorbilder (Duchamp, Dubuffet, Dix, Picasso und De Kooning).

Der verunstaltete, unvollständige und zerteilte Körper ungeschönt und kompromisslos festgehalten. Der Vehemenz des Sujets des Alterns wirkt die Bewegung des Abstiegs in die Hölle entgegen (ein Verweis an Duchamps Akt, eine Treppe herabsteigend von 1912), der durch die Motivumkehr zum Aufstieg wird. Großzügig verwendete Farbmaterie und eine neue Maltechnik verwandeln die Körper in leuchtende und vibrierende Gebilde.

Die von Baselitz an der Schwelle zu seinem 80. Lebensjahr vorgenommene Bearbeitung seines nackten Körpers und die Transformation dieser dunklen Vision in eine bildmächtige, für die Öffentlichkeit bestimmte Darstellung zeugen von der ungebrochenen Lebens- und Schaffenskraft des Künstlers.

Thema, Form (mitunter den mittelalterlichen Polyptychen entlehnt), Monumentalität, Farbmaterie und Farbe in den Werken des deutschen Künstlers wirken wie ein zeitgenössisches Echo des zentralen Kunstwerks im Musée Unterlinden, Grünewalds Issenheim Altar.

Diese einzigartige Ausstellung würdigt das Werk eines großen zeitgenössischen Künstlers und bildet eine Weiterführung der bedeutenden Retrospektive, die von Januar bis Mai 2018 in der Fondation Beyeler bei Basel zu sehen ist.

Kuratorin:
Frédérique Goerig-Hergott, Chefkonservatorin, Musée Unterlinden