Im Museum tut sich was !

Musée Unterlinden

Place Unterlinden
68000 COLMAR

info@musee-unterlinden.com

+33(0)3 89 20 15 50

Öffnungszeiten
Mittwoch – Montag 9–18 Uhr
Dienstag geschlossen
1. Donnerstag im Monat 9–20 Uhr
1.1., 1.5., 1.11., 25.12 : geschlossen
24.12 und 31.12 : 9–16 Uhr

Im Museum tut sich was !

Der Isenheimer Altar, kurz präsentiert

Historisches

Der Isenheimer Altar ist eines der berühmtesten Kunstwerke der Welt.
Das emblematische Hauptwerk des Musée Unterlinden verdankt seinen Namen dem elsässischen Dorf Isenheim, heute Issenheim, für das es ausgeführt wurde.
Das monumentale Polyptychon* (3,30 x 5,90 m) wurde zwischen 1512 und 1516 von Grünewald (um 1475/80-1528) gemalt und von Niklaus von Hagenau (1428-1456 in Straßburg tätig) geschnitzt. Es schmückte den Hochaltar der Kirche der Komturei des Hospitaliterordens der Antoniter in Isenheim. Berufung der Antoniter war die Pflege von Kranken, die unter dem „heiligen Feuer“, auch Antonius-Feuer genannt, litten.
Im Mittelalter war diese Krankheit eine regelrechte Plage. Sie wurde durch den Verzehr von Mutterkorn verursacht. Dieser Getreidepilz, der in Brot von schlechter Qualität zu finden ist, löste Halluzinationen aus und führte zu Brand an den Gliedern. Die Kranken kamen zur Komturei, die ebenfalls für durch Laienchirurgen ausgeführte Amputationen berühmt war, um sich behandeln zu lassen.

* Polyptychon: Flügelaltar, bestehend aus mehreren miteinander verbundenen gemalten Tafeln und/oder Schnitzreliefs. Meistens können die Flügel über einem Mittelteil zusammengeklappt werden.

Warum spricht man von einem Meisterwerk?

Seit seiner Fertigstellung im 16. Jahrhundert wurde der Altar als Meisterwerk betrachtet. Im Lauf der Jahrhunderte wurde er aufgrund der künstlerischen Virtuosität, des Farbenreichtums und der Ausdruckskraft der von den beiden Künstlern geschaffenen Szenen und Figuren geschützt und verehrt.
Nie zuvor wurde das Leiden Christi so radikal dargestellt wie auf Grünewalds Tafeln. Bei der Betrachtung des Altars konnten sich die Kranken mit den Todesqualen des Erlösers vergleichen und Trost finden.
Picasso, Bacon, Matisse, Dix, um nur einige zu nennen – zahllose Künstler waren überwältigt von diesem Meisterwerk, das zu den außergewöhnlichsten und rätselhaftesten Schöpfungen der westlichen Kunstgeschichte gehört.

Warum eine Restaurierung ?

Allgemein ist der mehr als 500 Jahre alte Altar in einem guten Konservierungszustand. Die Schnitzereien sind jedoch sehr angegriffen und die Bildtafeln verschmutzt.
Das Centre de Recherche et de Restauration des Musées de France (C2RMF) hat den Altar 2013-2014 umfassend untersucht und einen Zustandsbericht vorgelegt, auf dessen Grundlage ein Restaurierungsprotokoll erstellt wurde (13 Bildtafeln und 13 Schnitzwerke).

Während der Restaurierung des Isenheimer Altars kann Grünewalds Meisterwerk besichtigt werden !

2019 arbeiteten die Gemälderestauratoren mehrere Wochen lang direkt vor den Augen des Publikums. Seit Anfang April 2019 kann man nach der Abnahme von Firnisschichten die leuchtenden Farben und ihre Tiefenwirkung auf mehreren Tafeln bewundern: Das Engelskonzert und Die Geburt Christi, Die Versuchung des hl. Antonius und Der Besuch des hl. Antonius beim hl. Paulus Eremita.

In Paris werden parallel dazu die Schnitzereien im Atelier des C2RMF restauriert. Die originale farbige Fassung wird gesäubert, so dass die farbliche Harmonie des Altars in seiner Gesamtheit wieder hergestellt wird. Denn auch das enge Zusammenspiel zwischen gemalten Tafeln und Schnitzwerk macht den Isenheimer Altar zu einem außergewöhnlichen Meisterwerk.

Gemälderestaurierungen im Jahr 2021

Die drei letzten Skulpturen (die hl. Augustinus, Antonius und Hieronymus), die derzeit noch restauriert werden, kehren Ende August ins Museum zurück.
Mit der Entfernung der Übermalungen auf dem Originalrahmen der Kreuzigung wird die Restaurierung des Altars zu Jahresende im Museum abgeschlossen.
Programmieren Sie Ihren nächsten Besuch, um sich von der Qualität der Restaurierung des Isenheimer Altars ein Bild zu machen. Entdecken Sie in Begleitung einer Vermittlerin des Museums sâmtliche Geheimnisse des Altard, von seiner Entstehung im frühen 16. Jahrhundert bis hin zu seiner spektakulären Restaurierung von 2018 bis 2021.