Das Museum entdecken

Musée Unterlinden

Place Unterlinden
68000 COLMAR

info@musee-unterlinden.com

+33(0)3 89 20 15 50

Öffnungszeiten

Mittwoch – Montag 9-18h
Dienstag geschlossen
1. Donnerstag im Monat 9-20h

24.12, 31.12.18 9-16h
1.1, 1.5, 1.11, 25.12 :
geschlossen

Das Museum

Von der Vorgeschichte bis zur Kunst des 20. Jahrhundert gewähren die reichen Sammlungen, die es auf einem Rundgang durch das Musée Unterlinden mit mehr als 3500 Exponaten zu entdecken gilt, einen Blick auf  7000 Jahre Geschichte. Zahlreiche künstlerische Techniken werden dabei vorgestellt: Malerei, Skulptur, Drucktechniken… Der Besucher kann sich ein Bild von Colmar quer durch die Jahrhunderte machen und die Virtuosität der Künstler vergangener Zeiten bewundern (Mobiliar, Textilien, Keramik, Glas).

Kurzer Einblick in die Geschichte des Museums

Bei einem Rundgang durch das Museum und seine Sammlungen kann der Besucher die aufeinanderfolgenden Kapitel einer mehr als 150jährigen Geschichte ablesen. Mauern und Kunstwerke zeugen von der dynamischen Arbeit des Trägervereins des Musée Unterlinden, der Schongauer-Gesellschaft.
Das Museum wird 1853 im alten Kloster der Dominikanerinnen von Unterlinden eröffnet. Zu dieser Zeit begrenzen sich seine Räumlichkeiten auf die Kapelle, in der ein Großteil der Sammlungen gezeigt wird. Bald aber reicht der Platz nicht mehr, und ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erobern die Kunstwerke nach und nach das gesamte ehemalige Klostergebäude.

Kurz vor Anbruch des 21. Jahrhunderts leidet das Museum wieder unter Platzmangel. Das nahegelegene Stadtbad wird 2003 geschlossen und dem Museum zur Verfügung gestellt. Ein ehrgeiziges Erweiterungsprojekt nimmt Gestalt an; 2009 wird das Baseler Architekturbüro Herzog & de Meuron mit seiner Umsetzung beauftragt. Im Dezember 2015 wird das „neue“ Unterlinden mit einer vollständigen Umstrukturierung seiner Sammlungen eröffnet.

 

Der Isenheimer Altar und seine Restaurierung

Der Isenheimer Altar, kurz präsentiert

Historisches
Der Isenheimer Altar ist eines der berühmtesten Kunstwerke der Welt.
Das emblematische Hauptwerk des Musée Unterlinden verdankt seinen Namen dem elsässischen Dorf Isenheim, heute Issenheim, für das es ausgeführt wurde. Das monumentale Polyptychon (3,30 x 5,90 m) wurde zwischen 1512 und 1516 von Grünewald (um 1475/80- 1528) gemalt und von Niklaus von Hagenau (1428-1456 in Straßburg tätig) geschnitzt. Es schmückte den Hochaltar der Kirche der Komturei des Hospitaliterordens der Antoniter in Isenheim. Berufung der Antoniter war die Pflege von Kranken, die unter dem „heiligen Feuer“, auch Antonius-Feuer genannt, litten.
Im Mittelalter war diese Krankheit eine regelrechte Plage. Sie wurde durch den Verzehr von Mutterkorn verursacht. Dieser Getreidepilz, der in Brot von schlechter Qualität zu finden ist, löste Halluzinationen aus, die oft und führte zu Brand an den Gliedern. Die Kranken kamen zur Komturei, die ebenfalls für durch Laienchirurgen ausgeführte Amputationen berühmt war, um sich behandeln zu lassen.

Warum spricht man von einem Meisterwerk ?
Seit seiner Fertigstellung im 16. Jahrhundert wurde der Altar als Meisterwerk betrachtet. Im Lauf der Jahrhunderte wurde er aufgrund der künstlerischen Virtuosität, des Farbenreichtums und der Ausdruckskraft der von den beiden Künstlern geschaffenen Szenen und Figuren geschützt und verehrt.
Nie zuvor wurde das Leiden Christi so radikal dargestellt wie auf Grünewalds Tafeln. Bei der Betrachtung des Altars konnten sich die Kranken mit den Todesqualen des Erlösers vergleichen und Trost finden. Picasso, Bacon, Matisse, Dix, um nur einige zu nennen – zahllose Künstler waren überwältigt von diesem Meisterwerk, das zu den außergewöhnlichsten und rätselhaftesten Schöpfungen der westlichen Kunstgeschichte gehört.

Warum eine Restaurierung ?
Allgemein ist der mehr als 500 Jahre alte Altar in einem guten Konservierungszustand. Die Schnitzereien sind jedoch sehr angegriffen und die Bildtafeln verschmutzt.
Das Centre de Recherche et de Restauration des Musées de France (C2RMF) hat den Altar 2013-2014 umfassend untersucht und einen Zustandsbericht vorgelegt, auf dessen Grundlage ein Restaurierungsprotokoll erstellt wurde (13 Bildtafeln und 13 Schnitzwerke).

Während der Restaurierung des Isenheimer Altars kann Grünewalds Meisterwerk besichtigt werden !
2019 arbeiteten die Gemälderestauratoren mehrere Wochen lang direkt vor den Augen des Publikums. Seit Anfang April 2019 kann man nach der Abnahme von Firnisschichten die leuchtenden Farben und ihre Tiefenwirkung auf mehreren Tafeln bewundern: Das Engelskonzert und Die Geburt Christi, Die Versuchung des hl. Antonius und Der Besuch des hl. Antonius beim hl. Paulus Eremita.
In Paris werden parallel dazu die Schnitzereien im Atelier des C2RMF restauriert. Die originale farbige Fassung wird gesäubert, so dass die farbliche Harmonie des Altars in seiner Gesamtheit wieder hergestellt wird. Denn auch das enge Zusammenspiel zwischen gemalten Tafeln und Schnitzwerk macht den Isenheimer Altar zu einem außergewöhnlichen Meisterwerk.

Neue Restaurierungskampagne im März und von Mitte April bis Mitte Mai 2020

Das Abenteuer der Restaurierung des Isenheimer Altars vor Ort nimmt seinen Fortgang, bei normalem
Museumsbetrieb, unter den Augen der Besucher.
März 2020: Die Rahmen von Kreuzigung, Auferstehung und Verkündigung werden restauriert.
Mitte April bis Mitte Mai: Die Restaurierung der oben genannten Bildtafeln wird in horizontaler Lage fortgesetzt.
Nutzen Sie Ihren nächsten Besuch, um die Spezialisten bei ihrer Arbeit zu beobachten.

Archäologie

Entdecken Sie ab Januar 2020 unserer renorvierten archäologischen Abteilung !
Mit der Wiedereröffnung der Räume, die der vor- und frühgeschichtlichen Archäologie gewidmet sind (Bronzeund Eisenzeit), wird das Publikum wieder Zugang zu seltenen Exponaten haben, so den großen bandkeramischen Gefäßen aus der Jungsteinzeit oder dem Goldschmuck aus einem Fürstengrab bei Ensisheim.
Nach einer umfassenden Renovierung des alten Kellergeschosses im Kloster der Dominikanerinnen von Unterlinden können die archäologischen Sammlungen nunmehr in einer modernen Museografie gezeigt werden, deren pädagogischer Ansatz für jedermann zugänglich ist.
Auf dem chronologisch angeordneten Rundgang kann der Besucher die Entwicklung der verschiedenen Aspekte menschlicher Besiedlung im Elsass nachvollziehen: Landwirtschaft, Handwerk, häusliches Leben, Bestattungsrituale.
Die Wiedereröffnung dieser Räume ist für den 23. Januar 2020 geplant. An diesem symbolträchtigen Tag jährt sich die Einweihung des «Neuen Unterlinden» am 23. Januar 2016 zum vierten Mal.

 

Das Museum zeigt seine „Großen Formate“

Die Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst breitet sich in der Galerie und ausnahmsweise in den drei Stockwerken des Ackerhof aus, denn die „Großen Formate“, die bisher im Depot des Musée Unterlinden lagerten, werden erstmals ausgestellt.
Damit erobern Monumentalwerke von Olivier Debré, Joe Downing, Karl-Jean Longuet, Georges Mathieu, Alicia Penalba und Agnès Thurnauer den Ausstellungsraum. Einige von ihnen waren bisher noch nie der Öffentlichkeit zugänglich (so „Das Tor der Nacht“ von Karl-Jean Longuet und Alicia Penalbas „Fontäne“), andere, wie zum Beispiel der Bildteppich „Die Flamme und der Ozean“ von Jean Lurçat, sind 30 Jahre lang nicht aus dem Depot geholt worden.

 

SONDERAUSSTELLUNGEN VORSCHAU

Von Händen und Augen – Michel Paysant
Vom 7. Februar bis zum 22. Juni 2020

Der Künstler Michel Paysant, der sich für das klassische und experimentale Zeichnen begeistert, schuf eine Reihe von Zeichnungen in einer Technik, die ebenso neu wie innovativ ist: dem Eye-Tracking. Grundlage war die Betrachtung von zwei Meisterwerken des Musée Unterlinden, dem Isenheimer Altar und dem Guernica-Bildteppich.
Mit Hilfe der Eye-Tracking-Technologie zeichnet er die Augenbewegungen und damit die Dynamik der visuellen Aufmerksamkeit auf. Es entsteht eine außergewöhnliche Begegnung zwischen Kunst und Wissenschaft. Die Kunstwerke wurden buchstäblich von den Augen des Künstlers gezeichnet, deren Bewegungen als Bleistift agieren: Bewegt von Michel Paysants Blick, haben die Augen und nicht die Hand des Künstlers die Linien, Formen und Figuren geschaffen.
Paysant setzt die Möglichkeiten dieser Technik bewusst ein, um das von seinem Blick erforschte Werk nachzubilden. Die Aufzeichnung seines Blicks auf Grünewald oder den von Picassos „Guernica“ inspirierten Bildteppich gebiert eine „Kopie“ des Originals, die unmittelbar durch die Augenbewegungen des Künstlers geschaffen wurde.

 

Zeichnungen von Lucas Cranach d.J. (1515-1586), Bildnisse
Vom 22. Oktober 2020 bis zum 18. Januar 2021

Das Musée des Beaux-Arts von Reims, das wegen Renovierungsarbeiten bis 2023 geschlossen ist, schickt 13 Zeichnungen aus seiner Sammlung auf Reisen. Die Ausstellung schildert die außergewöhnliche Geschichte dieser Zeichnungen und den Wandel ihrer Funktion von Cranachs Werkstatt in Wittenberg bis hin zur Zeichenschule von Reims, von wo sie in die Sammlungen des dortigen Museums eingingen.

Auguste Rodin und das Höllentor
September bis Dezember 2020

Während der Bildteppich „Guernica“ als Leihgabe für die Ausstellung „Picasso–Rodin“ im Musée Rodin nach Paris geht, zeigt das Musée Unterlinden Skulpturen, die Auguste Rodin in Zusammenhang mit seinem Hauptwerk „Das Höllentor“ schuf.
Diese Werkgruppe wird im Dialog mit figürlicher Plastik aus der Sammlung moderner Kunst präsentiert, darunter die originale Gipsversion des „Tores der Nacht“, die Karl-Jean Longuet ein Jahrhundert später schuf, wobei er sich von Rodins berühmten Tor anregen ließ.