Erleben Sie die Restaurierung live mit eigenen Augen!

Musée Unterlinden

Place Unterlinden
68000 COLMAR

info@musee-unterlinden.com

+33(0)3 89 20 15 50

Öffnungszeiten

Mittwoch – Montag 9-18h
Dienstag geschlossen
1. Donnerstag im Monat 9-20h

24.12, 31.12.18 9-16h
1.1, 1.5, 1.11, 25.12 :
geschlossen

3. Juni – 10. Juli 2019 in Colmar

Die beiden Bildtafeln – Das Engelskonzert/Der Besuch des hl. Antonius beim hl. Paulus Eremita/Die Versuchung des hl. Antonius – werden horizontal auf Tische gelegt, um die Träger wie auch die beschädigten Rahmenstrukturen zu restaurieren und deren originale farbige Fassung freizulegen.

Zeitlicher Rahmen für die Restaurierung der Bildtafeln und Rahmungen

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Am 10. Dezember 2018 wurde das Protokoll dem wissenschaftlichen Beirat vorgelegt, der es bestätigte. Daraufhin wurde beschlossen, mit der Abtragung von Firnisschichten auf den Bildtafeln Das Engelskonzert, Die Geburt Christi, Der Besuch des hl. Antonius beim hl. Paulus Eremita, Die Versuchung des hl. Antonius sowie auf dem Himmel der Kreuzigung zu restaurieren von den 11. bis 29. März 2019.

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Restaurierung der Bildtafeln und der Rahmen

Im November 2018 nahm das Team, das mit der Restaurierung der Bildtafeln und der Rahmen betraut wurde, vor den Augen der Besucher seine Arbeit auf. Es führte 30 neue Reinigungsproben durch, 24 auf den verschiedenen Bildtafeln und 6 auf den Rahmen. Zuvor wurden die Tafeln mit Glasfasertüchern schonend entstaubt. Die Zustandsanalysen (Farbschicht) wurden auf der Grundlage der Untersuchung von 2013-2014 verfeinert. Die Proben (Entfernung von Schmutz, Verminderung der Firnisschichten) wie auch die zusammengetragene Dokumentation geben die Richtlinien für die Restaurierung vor, die ab dem 11. März 2019 im Kirchenschiff, in dem der Altar ausgestellt ist, fortgesetzt wird.

Unter der Leitung von Anthony Pontabry  führten die Restauratorinnen (Cécile Gouton, Isabelle Leegenhoeck, Agnès Malpel, Emanuela Bonaccini) die Proben auf den Bildtafeln durch, wobei sie den Kompositionslinien folgten, um spätere Eingriffe nicht zu behindern und den Kunstgenuss der Betrachter nicht durch mehrere gereinigte Rechtecke oder Quadrate auf der Bildfläche zu beeinträchtigen. Der wissenschaftliche Begleitausschuss für die Restaurierung gab am 10. Dezember 2018 grünes Licht für die Proben wie auch die vorgeschlagenen Methoden zur Abtragung von Firnisschichten und zur Reinigung der Bildtafeln.

Die Originalrahmen der feststehenden Bildtafeln des Altars ­– Der hl. Sebastian, Der hl. Antononius und die Predella – wurden abgenommen und durch provisorische Rahmen ersetzt. Die Originalrahmen wurden nach Vesoul gebracht, wo das Centre Régional de Restauration et de Conservation des œuvres d’Art sie untersuchen und eine Reihe von Proben durchführen wird, um die ursprüngliche farbige Fassung zu identifizieren und dann freizulegen.

 

Restaurierung der Skulpturen

Die Restaurierung der Skulpturen begann im September 2018. In einem ersten Schritt wurden die Statuen, das Rankenwerk und der Baldachin aus dem modernen Kasten demontiert, in dem sie seit 1930 standen. Unter der Leitung von Juliette Lévy-Hinstin überprüften die Restauratoren die Haftung der Farbschicht und fixierten aufstehende Stellen mit einem natürlichen Bindemittel (Störleim). Danach wurden die Teile gründlich entstaubt.

Die Schnitzfiguren des Altars –Der hl. Antonius, Der hl. Hieronymus, Der hl. Antonius und Guy Guers, die Christusfigur, die vier Apostelreliefs und das Rankenwerk mit den Symbolen der Evangelisten – wurden sorgfältig verpackt und in das Atelier des Centre de Recherche et de Restauration des Musées de France (C2RMF) im Pavillon de Flore im Louvre-Palast gebracht. Eine zeitgleiche Restaurierung sämtlicher Plastiken in Paris hatte sich schließlich als die beste Option erwiesen, um eine einheitliche Behandlung aller Figuren zu gewährleisten.

Die Schnitzfiguren wurden einer vollständigen fotografischen Untersuchung unterzogen und unter der Leitung von Elsa Lambert im Forschungslabor des C2RMF geröntgt.

Modernste bildgebende Verfahren und die Analysen, die von Anne-Solenn Le Hô von der Forschungsabteilung C2RMF durchgeführt wurden, vermittelten den Restauratorinnen – Juliette Lévy-Hinstin, Anne Gérard-Bendelé, Marie-Emmanuelle Meyohas, Azzura Palazzo, Emilie Masse, Delphine Masson und Jennifer Vatelot – eine bessere Kenntnis der Stratigrafie der farbigen Fassung dieser Schnitzfiguren aus dem frühen 16. Jahrhundert.

 

Anschließend wurden Reinigungsproben vorgenommen, damit der wissenschaftliche Begleitausschuss, der am 6. November 2018 zusammenkam, den von den Restauratorinnen vorgeschlagenen Modus operandi überprüfen und bestätigen konnte:

  • In einer ersten Phase wird die Hälfte der Oberfläche des Hieronymus gereinigt, um die Qualität der originalen Polychromie sichtbar zu machen (Hermelin der Kapuze, Blattgold des Bodens, Inkarnate). Der Hl. Augustinus mit Guy Guers wird ebenfalls gereinigt. Hier wird probeweise eine Übermalung aus dem 19. Jahrhundert auf der blauen Glasur und dem Blattgold des Stiftermantels entfernt.
  • Eines der Apostelreliefs wird gereinigt. An den Händen werden Proben durchgeführt, um die Lücken und Abhebungen in den Inkarnaten präzise zu bestimmen. Diese sind auf eine proteinhaltige Bindemittelschicht zurückzuführen, die vor der endgültigen farbigen Fassung aufgetragen wurde. Schwundrisse und Verschiebungen der Malschicht waren die Folge.

 

Die Reinigung der farbigen Fassung der ornamentalen Teile des Kastens und einiger Elemente (Throne, Thronsockel, Baldachin des Hl. Antonius, Baldachine der Hl. Hieronymus und Hl. Augustinus, Rankenwerk) wurde von Jennifer Vatelot und Emilie Masse vom 15. bis zum 18. Januar im Museum vor den Augen der Besucher vorgenommen.


Begleitausschuss für die Restaurierung des Isenheimer Altars

Auf institutioneller Ebene zeichnet sich der erweiterte Ausschuss dadurch aus, dass die Restaurierungskampagne von Vertretern des Kulturministeriums und Museumsleuten gesteuert wird.

In den wissenschaftlichen Beirat wurden französische und ausländische Persönlichkeiten berufen, die sich in der Welt der Museen (Louvre, Basel und Karlsruhe) und der Hochschulen ausgezeichnet haben, wie auch Spezialisten für die deutsche Malerei und Skulptur des 16. Jahrhunderts und Fachkräfte in den Bereichen Konservierung und Restaurierung.

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