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Pierre Bonnard (1867-1947)

Landschaft in der Normandie, 1920

Bonnard, der Maler der Farben, liefert hier ein Bild, in dem Blau- und Grüntöne vorherrschen. Seit 1912 lebt er in Vernon, nicht weit von Giverny, wo Monet sich niedergelassen hat und den er als Nachbar regelmäßig besucht. In seiner normannischen Landschaft lässt Bonnard die Farben vibrieren. Seit Beginn seiner künstlerischen Laufbahn steht die Farbe im Mittelpunkt seines Interesses. Mit Paul Sérusier und Maurice Denis, die er während seiner Ausbildung an der Pariser Académie Jullian kennengelernt hat, gründet er 1889 die Gruppe der Nabis, die den Impressionismus weiterentwickeln will. Die Nabis, auf hebräisch die «Propheten», überwinden die akademischen Regeln und wenden sich der orientalischen Kunst und dem Ornament zu. Auch wenn sich die Gruppe bald auflöst, hält Bonnard an ihrem Denkansatz fest, um ihn auf persönliche Weise fortzuentwickeln. Das Format der Landschaft in der Normandie beruft sich auf die japanischen Kakemonos. Die schnell dahin getupften Farbflecken lassen an tachistische Maltechniken denken. Sie hindern den Künstler nicht daran, durch die Variierung der Lichtstärke eine überzeugende Raumtiefe zu schaffen.

Pierre Bonnard (1867-1947)
 

Pierre Bonnard, Landschaft in der Normandie, 1920,  Öl auf Leinwand, Musée Unterlinden, Colmar