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Martin Schongauer (um 1445-1491)

Die Peinigung des hl. Antonius

Dieser Stich bezieht sich auf eine Episode aus dem Leben des hl. Antonius, die von Athanasius dem Großen überliefert wird. Antonius, Sohn reicher ägyptischer Bauern, beschließt, dem Ruf des Evangeliums zu folgen. Er verschenkt alles, was er besitzt, und zieht in die Wüste, um dort als Einsiedler zu leben. Wiederholt schickt ihm der Teufel Versuchungen und peinigt ihn in Gestalt von Dämonen, aber der Heilige lässt sich nicht von seinem Glauben abbringen. Schongauers Stich zeigt einen alten Mann, der sich von den Angriffen der infernalischen Geschöpfe nicht aus der Ruhe bringen lässt. Das Thema, das relativ häufig dargestellt wird, bietet den Künstlern die Gelegenheit, eine von Mischwesen bevölkerte fantastische Welt zu schildern. Geschickt lenkt die kreisförmig angelegte Komposition den Blick auf das gelassene Gesicht des Heiligen, der von allen Seiten angegriffen wird. Die fantastischen Gestalten verweisen auf die Erfindungen späterer Künstler wie Bosch oder Grünewald.

Dieser Stich wurde allgemein bewundert. Der Kunsthistoriker Vasari berichtet im 16. Jahrhundert, dass Michelangelo ein Exemplar der Peinigung des hl. Antonius in seiner Florentiner Werkstatt aufbewahrt habe.

Martin Schongauer (um 1445-1491)
 

Martin Schongauer, Die Peinigung des hl. Antonius, zwischen 1470 und 1475, Kupferstich, Musée Unterlinden, Colmar

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