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Martin Schongauer (um 1445-1491)

Die Madonna mit dem Papagei

Martin Schongauer hat eine große Zahl von Stichen mit religiösen Themen gefertigt. Solche Andachtsbilder, die dank der Technik des Kupferstichs eine weite Verbreitung fanden, waren im 15. Jahrhundert bei allen Schichten der Gesellschaft außerordentlich beliebt.

Die Madonna mit dem Papagei ist ein Beweis für die Bereitschaft der rheinischen Künstler, flämische Einflüsse aufzunehmen. Kompositionen der flämischen Meister der frühen Neuzeit, insbesondere von Dieric Bouts, können fast als direkte Vorbilder gelten. Wie Bouts platziert Schongauer die Jungfrau vor ein Ehrentuch und lässt ein Fenster in die Wand ein, das den Blick auf eine Landschaft freigibt. Das Kissen, auf dem das Jesuskind sitzt, schiebt sich in den Raum des Betrachters vor. In der rechten Hand hält das Kind eine Birne, die damals als Mittel gegen tödliches Gift galt; der Papagei in der linken Hand ist eine Anspielung auf das ewige Leben oder die Seele.

Gut sichtbar hat Schongauer sein Monogramm MS unten in der Mitte angebracht. Es liefert uns wertvolle Informationen nicht nur zur Urheberschaft, sondern auch zur Datierung dieses Blattes, da Schongauer das steilschenklige M nur zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn in den 1470er Jahren verwendet hat. 

Martin Schongauer (um 1445-1491)
 

Martin Schongauer, Die Madonna mit dem Papagei, zwischen 1470 und 1475, Kupferstich, Musée Unterlinden, Colmar

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