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Johnny Friedlaender (1912-1992)

Der Hummer, 1937

Seit 1989 setzen die Sammlungen moderner Kunst des Museums einen neuen Schwerpunkt mit der Erforschung und Präsentation deutscher Künstler und Strömungen des 20. Jahrhunderts, insbesondere wenn sie enge Beziehungen zur französischen Kunstszene unterhielten. Das trifft auf den in Deutschland geborenen Johnny Friedlaender zu, der 1937 nach Paris zog und Ende der 1930er Jahre eine wichtige Rolle in der Ecole de Paris spielte. Im Zentrum seines Werks stehen die Druckgraphik und ihre Techniken.

Friedlaender entwickelt eine poetische, fantastische Ikonographie, die von Surrealismus und Expressionismus gleichermaßen geprägt ist. 1950 eröffnet er seine graphische Werkstatt L’Ermitage, in der Maria Helena Vieira da Silva oder Nicolas de Staël, die ebenfalls im Colmarer Museum vertreten sind, ein und aus gehen. So hat Friedlaender natürlich seinen Platz in diesem Haus; seine Werke erscheinen wie der Nachhall seines berühmten Vorgängers Martin Schongauer. Die 1996 und 2002 in das Museum gelangten Stiche des 1992 gestorbenen Künstlers umfassen sämtliche Schaffensphasen von den Lehrjahren um 1930 bis zu den 1990er Jahren.

Johnny Friedlaender (1912-1992)
 

Johnny Friedlaender, Der Hummer, 1937, Aquatintaradierung auf Zink, Musée Unterlinden, Colmar