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Hinterglasmalerei

Das Musée Unterlinden bewahrt ebenfalls Erzeugnisse einer besonderen Art der Glasmalerei, die vor allem im Elsass und in Süddeutschland betrieben wurde: der Hinterglasmalerei.

Dabei wird das Motiv mit Deck-, Aquarell- oder Ölfarben, die manchmal mit Metallplättchen angereichert sind, in mehreren Schichten auf die Unterseite einer Glasplatte aufgetragen. Begonnen wird mit den Details im Vordergrund, ganz zum Schluss wird der Hintergrund gemalt. Wenn das Bild fertiggestellt ist, wird die Platte umgedreht, so dass sie Träger und Schutz zugleich ist.

Diese alte Technik, die im Venedig des 16. Jahrhunderts eine hohe Blüte erlebte, profitierte seit dem 15. Jahrhundert von den europaweit verbreiteten Stichen nach Gemälden zeitgenössischer Meister, die sie bis zum 18. Jahrhundert als Vorlage nutzten. Auf diesem in den 1770-80er Jahren in Augsburg ausgeführten Hinterglasbild ist ein religiöses Motiv dargestellt: Ein Engel gebietet Abraham, der im Begriff ist, Isaak zu opfern, Einhalt.

Nach dem Ende des französischen Kaiserreichs stellt die Colmarer Werkstatt der aus dem Schwarzwald stammenden Familie Winterhalden nicht nur die traditionellen religiösen Hinterglasbilder her, sondern bietet auch profane Werke an, die bekannte Politiker oder allegorische Frauenporträts zeigen. 

Hinterglasmalerei
 

Anonyme, Sacrifice d'Abraham, zwischen 1770 und 1780, Hinterglasmalerei, Musée Unterlinden, Colmar