Ohne Titel

Wie ein Echo auf Dürers oder Schongauers Figuren konnte das Musée Unterlinden kürzlich 12 Grafiken des französisch-amerikanischen Künstlers Henri Goetz erwerben, dessen Familie aus dem Elsass stammte. Sie bereichern die Sammlung moderner Grafik, in die bereits Arbeiten von Johnny Friedlander, Jeanne Coppel, Max Beckmann, Otto Dix u.a. eingegangen sind.

Mit der Erfindung einer neuen Technik, der Carborundum-Radierung (1967), hat Henri Goetz die Grafik des 20. Jahrhunderts revolutioniert. Dank dieser auch Kunstharz-Aquatinta genannten Technik, die Goetz zum größten Grafiker des 20. Jahrhunderts machte, können Texturen und Farben verstärkt zur Geltung gebracht werden, so dass eine größere Gestaltungsfreiheit gewährleistet ist. In seinen eigenen Werken verarbeitete Goetz den Einfluss der surrealistischen Träume, der Farblyrik der Nouvelle Ecole de Paris und der Gestik des amerikanischen abstrakten Expressionismus. Ähnlich wie der amerikanische Maler Joe Downing, der in den Sammlungen des Museums ebenfalls gut vertreten ist, hat Goetz mit zahlreichen Trägern und Materialien experimentiert (Malerei, Zeichnung, Grafik, Pastell, Papyrus), wobei er innovative Techniken anwandte (Carborundum-Radierung, erwärmte Pastellkreiden). Beiden Künstlern gemeinsam ist ebenfalls der gleiche Sinn für Abstraktion, Farben und Strukturen.

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