Landschaft in der Normandie

In dieser Arbeit von Pierre Bonnard, dem Maler der Farbe, dominieren blaue und grüne Farbwerte. Seit 1912 hat er einen Wohnsitz in Vernon, nicht weit entfernt von Monets Haus in Giverny, den er als Nachbar besucht. So wird ihm die Landschaft der Normandie, die er mit vibrierenden Farben füllt, zur Inspirationsquelle. Seit seinen jungen Jahren steht die Farbe im Mittelpunkt seines Schaffens. In der Académie Jullian lernt er Paul Sérusier und Maurice Denis kennen, mit denen er 1889 die Gruppe der „Nabis“ gründet, die die Errungenschaften des Impressionismus weiterführt. Die Nabis – das hebräische Wort für „Propheten“ – befreien sich von den akademischen Regeln und wenden sich der orientalischen Kunst sowie dem Ornament zu. Zwar löst sich die Gruppe alsbald auf, aber Bonnard bleibt weiterhin von ihren Zielsetzungen geprägt, auch wenn er schnell einen persönlichen Stil entwickelt. Das Hochformat seiner Landschaft in der Normandie verweist auf das der japanischen Kakemonos. Ähnlich wie beim Tachismus ist das Motiv mit schnellen Pinselstrichen hingeworfen, was den Maler allerdings nicht daran hindert, durch Variationen der Lichtintensität eine überzeugende Tiefe zu schaffen.

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