Dominikaneraltar

Der Altar, von dem nur noch einzelne Teile existieren, stand bis zur Französischen Revolution in der Kirche des Dominikanerklosters zu Colmar, der heutigen Stadtbibliothek. Es handelte sich um ein Triptychon. Im Zentrum des Mittelteils befand sich eine Kreuzigung, sehr wahrscheinlich eine geschnitzte Figurengruppe, die heute verloren ist. Jede der beiden Tafeln, die diese Szene flankierten, ist in vier Szenen unterteilt. Die 16 Szenen, die das Retabel in geöffnetem Zustand zeigte, schildern die Passion Christi vom Einzug in Jerusalem bis zum Pfingsfest; darunter das Noli me tangere mit Christus und Maria Magdalena. Auf den 8 Tafeln, die sich den Kirchgängern in geschlossenem Zustand darboten, sind die Sieben Freuden der Jungfrau dargestellt, welcher der Hochaltar der Dominikaner geweiht war.

Lange ist darüber debattiert worden, ob Martin Schongauer selbst mit Hand angelegt hat. Heute ist man sich über die Zuschreibung des Altars an den Meister und seinen Umkreis einig.

Die Passionsszenen verweisen auf Schongauers Stichfolge zum gleichen Thema. Abzüge der 12 Blätter sind ebenfalls im Besitz des Museums. Von Kopien kann man allerdings nicht sprechen, genauso wenig wie man die Frage beantworten kann, welche Passion als Vorlage für die andere diente, die gemalte oder die gestochene.

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