Simone Boisecq Le Faune

Der Faun

Der 2009 erworbene Faun von Simone Boisecq füllt eine Lücke in den Sammlungen, in die damit eine Plastik aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eingegangen ist. Und dann erinnert er auch an eine Bildhauerin, die heute mehr oder weniger in Vergessenheit geraten ist, auch wenn ihre Arbeiten ebenso regelmäßig wie diskret in die öffentlichen französischen Sammlungen aufgenommen werden.

In der unmittelbaren Nachkriegszeit ist Simone Boisecq in Paris tätig, wo sie alsbald Picasso, Brancusi oder auch Zadkine kennenlernt. 1956 wird Germaine Richier auf ihre Werke aufmerksam. In vielerlei Hinsicht ist der in diesem Jahr ausgeführte Faun von großer Bedeutung. Er stellt eine wichtige Etappe in der künstlerischen Entwicklung von Simone Boisecq dar, die Mitte der 1950er Jahre nach und nach die Keramik aufgibt und sich der Bronze zuwendet. Dann ist die Plastik auch repräsentativ für ihre persönliche Suche nach einer komplexen, von mythologischen Gestalten bevölkerte Formensprache. Mit seinem lächelnden Gesicht und den ungleichen Hörnern scheint ihr Faun an die die Zweiheit eines jeden Wesens zu erinnern – ein Thema, mit dem sie sich immer wieder beschäftigt.

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