Wifredo Lam L'attendu

Der Erwartete

Die mit dem Bleistift und Pastellkreide ausgeführte Zeichnung hat eine überraschende Vorgeschichte, da sie dem Theoretiker des Surrealismus André Breton gehört hatte. 2003 wurde sie vom Musée Unterlinden erworben.
Der auf Kuba geborene Wilfredo Lam wurde früh in den Glauben und die Magie des Voodoo-Kultes eingeführt. Nach einem Aufenthalt in Madrid, wo er die Gemälde von Bosch und Brueghel bewundert, lässt er sich in Paris nieder, wo er seine Landsleute Picasso und Mirò kennenlernt. Ende 1939 befreundet er sich mit André Breton, den er 1944 auf Haiti wiedertrifft.
Lams Zeichnung zeigt eine rätselhafte Totemfigur, die sowohl weibliche als auch männliche Züge aufweist. Mit ihren nebeneinander gestellten Flächen ähnelt die Struktur des Gesichts der einer Maske. Keinerlei Volumen wird angedeutet. Manchmal wurde die Figur mit bestimmten afrikanischen Skulpturen verglichen, so den Darstellungen von Orishas, denen man in der Skulptur der Yoruba häufig begegnet. Die Orishas hören die Bitten der Gläubigen, wobei sie eine Hand ans Ohr halten. Nicht zuletzt mutet die Figur auch wie ein Echo auf die gleichzeitigen künstlerischen Bestrebungen eines Picasso oder Max Ernst an.

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