Die Anbetung der Könige

Im Jahr 2000 wurde die Sammlung mittelalterlicher Skulpturen durch dieses farbig gefasste Flachrelief bereichert, auf dem Die Anbetung der Könige dargestellt ist. Die Szene spielt sich in dem traditionellen baufälligen Stall ab. Die drei Weisen aus dem Morgenland tragen Turbane und reich verzierte orientalische Fantasiegewänder.  Joseph schaut verblüfft zu, wie sie dem Jesuskind wertvolle Gaben darbieten.

Marias gelöste Haare symbolisieren ihre Jungfräulichkeit, während die Nacktheit des Kindes auf die menschliche Natur des Gottessohnes verweist.

Ursprünglich gehörte das Flachrelief zu einem Altar. Eine zweite Tafel dieses Altars mit den gleichen Stilmerkmalen befindet sich in Ulm. Beide Werke werden dem Umkreis des Meisters H.L. zugeordnet. Mit diesem Notnamen wird ein Meister bezeichnet, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts, also in der letzten Phase der Spätgotik, als Bildschnitzer und Stecher am Oberrhein tätig war. Sein Hauptwerk, der Hochaltar im Stephansmünster zu Breisach am Rhein ist 1526 datiert. Ähnlich wie im Martyrium der hl. Katharina, das ebenfalls im Musée Unterlinden zu sehen ist, erkennt man seine künstlerische Handschrift an der reich bewegten Formensprache, an den wirbelnden Haaren und Falten, die willkürliche Knicke aufweisen.

Retour à votre sélection