Brustbild einer sitzenden Frau

Picassos künstlerischer Werdegang ist einer der reichsten und vielgestaltigsten des 20. Jahrhunderts. In den Sammlungen des Musée Unterlinden ist er mit drei Spätwerken vertreten: Der Maler bei der Arbeit (1964), Kopf eines Mannes mit Strohhut (1971) und Brustbild einer sitzenden Frau (1960).

Von den Demoiselles d’Avignon (1907) bis hin zu seinen letzten Arbeiten war die Frau ein Lieblingsthema des Künstlers, dessen Leben und Werk oft nicht voneinander zu trennen waren. Hier handelt es sich nicht nur um ein Frauenbildnis, sondern um das seiner letzten Frau Jacqueline, die ihm für zahlreiche Gemälde Modell saß. Gleichzeitig knüpft es an die Tradition der weiblichen Brustbildnisse an. Der Maler bedient sich einer flüchtigen, willentlich nachlässigen Pinselführung, die dem Werk den Anschein des Unfertigen verleiht und Picasso zum Wegbereiter der Figuration libre macht. Die schwarzen, grauen und braunen Farbtöne, die den skizzenhaften Aspekts des Porträts verstärken, sind typisch für die 60er und 70er Jahre.

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