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| //Nicolas DE STAEL (1914-1955), Portrait d’Anne, 1953, huile sur toile. Colmar,musée d'Unterlinden. Photo : O. Zimmermann |
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// NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG Die geometrische Abstraktion ist eine der beherrschenden Tendenzen der Nachkriegszeit und setzt sich mit dem "Salon des Réalités Nouvelles“ (1946-1955) um Auguste Herbin durch. Kupkas und Magnellis Werke im Besitz des Museums führen die Entwicklung dieser Strömung und ihren strengen geometrischen Stil vor Augen. Als Gegenpol zur geometrischen Abstraktion bildet sich eine gegenstandslose Strömung heraus, die sich der Formlosigkeit, der Ablehnung jeglicher Struktur und der Spontaneität verschreibt. Wols und Georges Mathieu sind die Wegbereiter dieser Tendenz, Hans Hartung und Pierre Soulages tragen entscheidend zu ihrer Entwicklung bei. Die Vertreter der gestischen Abstraktion (Hantaï, Loubchansky, Bazaine, Bryen…) verwerfen die geometrische Abstraktion. Organische Strukturen und der körperliche Einsatz des Malers bei seiner Arbeit sind die Angelpunkte ihrer Kunst. Weitere Tendenzen der Abstraktion verdanken sich einer sehr persönlichen Inspiration. Das Werk von Bram van Velde, der mit flächig angelegten dreieckigen Formen und Kreisen arbeitet, entzieht sich jeder Darstellung und mutet eher nüchtern an. Der russische Künstler Serge Poliakoff, der 1962 die französische Staatsbürgerschaft erhielt, zählt zu den großen Namen der Abstraktion in der Nachkriegszeit. Sein Werk ist mit keinem anderen vergleichbar. Von Mondrians Kubismus beeinflusst, entwickelt er eine Formensprache, bei der scharf abgegrenzte Farbflächen ineinandergreifen. Seine Wandkomposition (1967) kann als zeitgenössische Reminiszenz eines Polyptichons betrachtet werden. Pablo Picasso Werke Brustbild einer sitzenden Frau (1960), Der Maler bei der Arbeit (1964) und Kopf eines Mannes mit Strohhut (1971) dokumentieren das Fortbestehen der gegenständlichen Malerei in diesen Jahren wie auch die letzte Periode des Künstlers, dessen Genie das 20. Jahrhundert geprägt hat. In den letzten Jahren seiner künstlerischen Laufbahn entwickelt Picasso einen bewusst nachlässigen und spontanen Stil, mit dem er der Ästhetik des „Schlecht Gemalten“ den Weg bereitet. Er lässt seinem Pinsel freien Lauf; was dabei herauskommt, sind schematische, zu elementaren Zeichen reduzierte Formen. Die „Figuration libre“ vorwegnehmend, behauptet sich seine Malerei als lebendige und autonome Materie. Die rastlose Vitalität des betagten Malers entlädt sich in einer beeindruckenden plastischen Geste, überschwänglich und farbenfroh, die eine Rückkehr zur „Kindheit der Kunst“ markiert.
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