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//Otto DIX (1891-1969),
Portrait d’un prisonnier,
1945, huile sur toile.
Colmar, musée d'Unterlinden.
Photo : O. Zimmermann

// DIE ZEIT ZWISCHEN DEN BEIDEN WELTKRIEGEN

Die Sammlungen moderner Kunst bieten einen Überblick über die abstrakte Kunst von den 1920er Jahren bis zum Zweiten Weltkrieg.

Mit Léger, Brauner und Baumeister kann man die ersten Schritte einer konsequenten Abstraktion beobachten. Das blaue und rote Stillleben (1938) gehört zu Fernand Légers mechanischer Periode, die von der urbanen und industriellen Kultur inspiriert ist. Léger ist fasziniert von der kalten Schönheit mechanischer Konstruktionen und der Geometrisierung des modernen Lebens, die sein Werk bestimmen.

In den 1920er Jahren begeistert sich Willi Baumeister wie so manche seiner Zeitgenossen, darunter Fernand Léger und Oskar Schlemmer, für „mechanische“ Kompositionen . Die Grüne Figur (1926-1927), in der der menschliche Körper zu einer geometrischen Struktur reduziert wird, ist bezeichnend für den Weg, den der deutsche Künstler nach dem Ersten Weltkrieg einschlägt. Später gibt Baumeister die architektonischen Kompositionen auf und findet zu einer organischen Formensprache, die mit archaischen Zeichen versetzt ist.

Im Deutschland der 1920er Jahre setzt sich die Neue Sachlichkeit (Otto Dix, Max Beckmann, George Grosz) mit der kulturellen und sozialen Wirklichkeit der Weimarer Republik auseinander. Die Künstler dieser Strömung, von denen mehrere das Trauma des Ersten Weltkrieges erlebten, verweigern sich den expressionistischen und kubistischen Avantgarden. Ihre Bilder sind Ausdruck ihrer Weltanschauung, die sich vor allem in der erbarmungslosen Überzeichnung menschlicher Beziehungen äußert.

Die Arbeiten von Alfred Manessier, Jean Bazaine, Gustave Singier, Maurice Estève und Maria Helena Vieira Da Silva geben eine Vorstellung vom Reichtum der abstrakten Landschaft, die sich auf den Kubismus und Braque, auf die Moderne und gleichzeitig auf die romanische Kunst beruft.

Während des Zweiten Weltkriegs erfinden diese Künstler eine neue Form der Abstraktion, die von der Beobachtung der Wirklichkeit ausgeht. Letztere fließt in stark stilisierte Formen und Farben ein, wobei auf die Struktur nicht verzichtet wird. Das Werk von Roger Bissière und Charles Lapicque ist grundlegend für diese Tendenz.