| Home | ||||
![]() |
||||
| //Clavecin Rückers, 1624 Colmar, musée d'Unterlinden. Photo : O. Zimmermann |
||||
|
// EINIGE BESONDERHEITEN DES MUSEUMS DAS RÜCKERS-CEMBALO Das zweimanualige Instrument war ursprünglich transponierend das eine Manual war eine Quarte tiefer gestimmt als das andere und mit einem Achtfuß- und einem Vierfußregister ausgestattet. Um 1660 gelangte das Cembalo nach Frankreich, wo es zwei grundlegende strukturale Veränderungen erfuhr. Die beiden Manuale wurden angeglichen und sein Äußeres dem Geschmack der Zeit angepasst. So bekam es ein neues Fußgestell im Stil Ludwigs XIV. und einen bemalten Deckel, auf dem der Wettstreit zwischen Apoll (Leier) und Pan (Flöte) mit König Midas als Richter dargestellt ist. Als es im Besitz der Familie de Sade war, schmückte das Cembalo die Gesellschaftszimmer des Schlosses von Condé-en-Brie im Département Aisne (wo es in den Inventaren des 18. Jahrhunderts erwähnt wird), bis es nach einer vorbildlichen Restaurierung in der Pariser Werkstatt der „Tempéraments Inégaux“ unter der Leitung von Christopher Clarke 1980 vom Musée d’Unterlinden erworben wurde. Das Cembalo besticht durch seine schlichte Eleganz, seine präzise Mechanik und seinen herrlichen Klang. Es setzt Maßstäbe für Cembalisten wie für Instrumentenbauer und wird noch heute regelmäßig für Tonaufnahmen bespielt. Diese Technik wurde vermutlich im 18. Jahrhundert von Mitgliedern der Schule von Sursee (Schweiz) in das Elsass eingeführt, wo sie sich alsbald großer Beliebtheit erfreute. Als Glas gegen Ende des 18. Jahrhunderts überall billig zu haben war, setzte eine Massenproduktion ein. Schnell wurde die Hinterglasmalerei auch in den unteren Schichte populär: unzählige kleine Bilder mit Darstellungen von Christus und den Heiligen, die oft um Schutz angerufen wurden, oder auch Genreszenen verbreiteten sich im ganzen Elsass. Nach dem Ende des Empire (1815) produzierte die renommierte Colmarer Werkstatt der aus dem Schwarzwald stammenden Familie Winterhalder neben den traditionellen religiösen Motiven auch Hinterglasbilder mit profanen Themen, auf denen überwiegend politische Persönlichkeiten oder allegorische Frauenbildnisse dargestellt sind. Edmond Fleischhauer (1812-1896), der 1879 Vorsitzender der Schongauer-Gesellschaft wurde, leistete einen entscheidenden Beitrag zum Aufbau der Waffensammlung. Er richtete neue Ausstellungsräume im Musée d’Unterlinden ein; einer davon nahm die Waffen aus Ribeauvillé und der Colmarer Region auf. Der Bestand wurde durch diverse Ankäufe und Schenkungen aufgestockt. Edmond Fleischhauer, der ein unermüdlicher Sammler war, trug auf eigene Rechnung alte Möbel, Gemälde, Skulpturen und vor allem Waffen zusammen. Sein Katalog, an dem er mehr als 20 Jahre arbeitete, umfasst rund 850 Stücke. 1896 vermachte er seine Sammlung dem Musée d’Unterlinden; von dieser Hinterlassenschaft konnte insbesondere die Waffensammlung profitieren, die seitdem abgeschlossen ist. So sind die alten Waffen eines Sammlers, während der Revolution beschlagnahmte Waffen im Besitz des Museums sowie ergänzende Schenkungen und Ankäufe von der Schongauer-Gesellschaft und ihren Mitgliedern in diese Sammlung eingegangen, die mit ihren Jagd-, Prunk- und Kriegswaffen vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhunderts eine der bedeutendsten ihrer Art im Elsass ist. |
||||